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Einige Übungen zur Entwicklung von Achtsamkeit mit Kindern

 

Respektieren und wertschätzen Sie Ihre Kinder als "ganze" und "vollwertige" Menschen. Üben Sie sich darin, Ihre Kinder, so wie sie sind, als vollkommen zu sehen. Versuchen Sie, sich in jedem Augenblick der Souveränität Ihrer Kinder bewußt zu bleiben. Nehmen Sie Ihre Kinder so an, wie sie sind - auch und gerade in Situationen, in denen Ihnen dies überhaupt nicht leicht fällt.

 

Betrachten Sie sich durch die Augen Ihres Kindes. Wie wirken Sie auf Ihr Kind? Wie hört Sie Ihr Kind? Stimmt das mit dem überein, wie Sie mit Ihrem Kind in Beziehung treten möchten? Wie wirkt sich die Erkenntnis aus dieser gesteigerten Bewusstheit auf Ihr Denken, Fühlen, Handeln und Sprechen aus?

 

Machen Sie sich Ihre Erwartungen Ihren Kindern gegenüber bewusst. Fragen Sie sich, ob diese Erwartungen wirklich zu zum Besten Ihrer Kinder sind. Wie vermitteln Sie diese Erwartungen? Und welchen Einfluß hat dies auf Ihre Kinder?

 

In der Begegnung mit Ihrem Kind versuchen Sie immer wieder mal, sich von der eigenen Sichtweise zu lösen und nehmen Sie ganz bewusst den Standpunkt und die Perspektive Ihres Kindes ein. Das verhilft Ihnen dazu, mehr Verständnis für die Situation Ihres Kindes zu entwickeln und verhindert Konflikte oft schon im Vorfeld.

 

Wenn Sie das Gefühl haben, sich zu sehr in einer Situation verfahren zu haben, das keine Lösung in Sicht ist,  dann halten Sie inne und treten einen Schritt zurück. Entspannen Sie sich und betrachten Sie das Ganze aus einer erweiterten Perspektive. Werden Sie innerlich still und lassen sich von Ihrer Intuition zu einer angemessenen Lösung leiten.

 

Ganz besonders herausfordernd - und ganz besonders wirkungsvoll: Üben Sie sich in einer selbstlosen Haltung, indem Sie die Bedürfnisse Ihrer Kinder, wann immer möglich, über Ihre eigenen stellen (und zwar nicht nur dann, wenn Ihre Kinder krank oder sonst irgendwie hilfsbedürftig sind). Und dann achten Sie mal darauf, wie Sie damit auf nahezu magische Weise Ihre eigenen - wahren - Bedürfnisse erfüllen.

Es wird Sie vermutlich überraschen zu erkennen, wie die Erfüllung der Bedürfnisse Ihrer Kinder sowie Ihre eigenen miteinander korrespondieren, insbesondere wenn Sie sich um Geduld und Ausgewogenheit bemühen.

 

Üben Sie sich im stillen Gegenwärtigsein. Kommen Sie mit Ihrer Aufmerksamkeit immer wieder in die Gegenwart zurück. Achten Sie darauf, wie Sie sich verhalten und was Sie mit Körper, Geist und Ihren Worten ausdrücken. Achten Sie auch auf Ihre inneren Selbstgespräche und hören Sie sich selbst sorgfältig zu.

 

Lernen Sie, mit Anspannungen zu leben, ohne dass Sie Ihre Mitte, Ihr inneres Gleichgewicht verlieren. Üben Sie das insbesondere in herausfordernden Situationen. Geben Sie sich der Situation ganz hin, gehen Sie mit vollem Gewahrsein und ganz bewusst da hinein, ohne auszuweichen und ohne zu reagieren und ohne irgend etwas verändern zu wollen. Geben Sie auch jegliche Erwartung an ein bestimmtes Ergebnis auf. Bleiben Sie stabil in der Gegenwart verankert. Vertrauen Sie auf Ihre innere Weisheit und darauf, dass Sie diese Situation auf bestmögliche Weise handhaben werden. So bleiben Sie für Ihr Kind ein verlässlicher und vertrauenswürdiger Partner und bieten ihm sichere Orientierungspunkte in einer sich ständig wandelnden Welt.

 

Machen Sie sich die Einzigartigkeit und die ganz speziellen Bedürfnisse Ihrer Kinder bewusst.  Jedes Kind sieht und erlebt die Welt auf seine eigene, einzigartige Art und Weise. Bewahren Sie ein Bild jedes Ihrer Kinder in Ihrem Herzen. Und auch wenn Ihr Kind manchmal eine ganz besondere Herausforderung für Sie darstellt, so schauen Sie tiefer. Lernen Sie das Wesen eines jeden einzelnen Kindes zu würdigen und zu respektieren, und wünschen Sie all Ihren Kindern von ganzem Herzen das Beste.

 

Entschuldigen Sie sich bei Ihrem Kind, wenn Sie sein Vertrauen auch nur geringfügig verletzt haben. Entschuldigungen wirken heilend. Wenn Sie sich entschuldigen, bringen Sie dadurch zum Ausdruck, dass Sie über die betreffende Situation nachgedacht und sich Klarheit verschafft haben und dass Sie vielleicht auch die Sicht Ihres Kindes nun besser verstehen.

Gehen Sie mit Entschuldigungen jedoch bewusst und sparsam um. Hüten Sie sich davor, dass Ihnen zu oft und zu eilig etwas leid tut. Wenn Sie sich nämlich zu häufig und vor allem zu schnell entschuldigen und sich das zur Gewohnheit machen, dann verliert es seinen Sinn, und Sie werden für Ihr Kind unglaubwürdig. Sein Sie vielmehr bereit, die volle Verantwortung für Ihr Tun (bzw. Lassen) zu übernehmen. Wenn Sie etwas getan (oder unterlassen) haben, das nicht in Ordnung war, dann wollen Sie auch wirklich fühlen, was Sie da angerichtet haben und nicht das Ganze nur schnell hinter sich bringen und wieder zur Tagesordnung übergehen. Aufrichtig zu bereuen fördert Ihre Selbstachtung und das Vertrauen Ihres Kindes.

 

Es gibt Situationen, in denen Sie Ihren Kindern gegenüber Ihre Standpunkte klar, stark und unmißverständlich zum Ausdruck bringen müssen. Handeln Sie in solchen Fällen jedoch stets aus Gewahrsein, Großzügigkeit und Unterscheidungsvermögen heraus und nicht aus Angst, Selbstgerechtigkeit oder dem Bedürfnis, die Situation zu kontrollieren. Achtsamkeit bedeutet nicht, dass Sie übermäßig nachsichtig, nachlässig oder schwach sind; es bedeutet auch ebensowenig, dass Sie rigide und dominant sind und alles kontrollieren wollen. Entwickeln Sie die innere Stärke, die es Ihnen ermöglicht, klar und stark zu sein und dabei doch voller Mitgefühl verbunden zu bleiben.

 

Machen Sie sich deutlich, dass das größte Geschenk, das Sie Ihrem Kind machen können, Sie selbst sind. Deshalb besteht ein Teil Ihrer Aufgabe als Mutter oder Vater darin, an Selbsterkenntnis und Gewahrsein zu wachsen. Bleiben Sie im gegenwärtigen Augenblick verwurzelt, um Ihre tiefsten und besten Aspekte mit Ihren Kindern teilen zu können. Dies ist eine lebenslange Aufgabe, die Sie am besten dadurch unterstützen, dass Sie sich innerlich dazu verpflichten, durch regelmäßige Übung und Praxis mehr und mehr Achtsamkeit und Gewahrsein in Ihrem Leben zu entwickeln.

 

Erkennen wir eines immer wieder ganz deutlich: Wir haben nie etwas anderes als das Jetzt. Wir haben immer wieder nur diesen einen Augenblick. Und stets bietet sich uns von Neuem die Gelegenheit, den jeweiligen Augenblick zu unserem Besten zu nutzen, um unserer Kinder und um unserer selbst willen.

 

Mein Tipp: Nehmen Sie sich jeden Tag eine Übung vor und erinnern Sie während des Tages immer wieder daran. Nach 12 Tagen beginnen Sie einfach wieder mit der ersten usw. Versuchen Sie nicht, es besonders gut oder perfekt zu machen. Sein Sie freundlich zu sich und machen Sie die jeweilige Übung einfach so gut es Ihnen möglich ist und haben Sie Freude damit :-)


So entwickeln Sie mehr Achtsamkeit und
Gelassenheit im Erziehungsalltag:


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Copyright & Page created by Ralf M. Hiltmann, März 2005;
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